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Österreich zwischen KI-Euphorie und Skepsis – GenZ treibt den Wandel voran - 03.03.2026

Künstliche Intelligenz ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, doch der Graben zwischen den Generationen ist tief. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse des Internet-Kompass des Webhosters world4you auf Basis einer repräsentativen Studie in Zusammenarbeit mit YouGov. Während über die Hälfte der Österreicher:innen (53 Prozent) generative KI bereits ausprobiert hat, zeigt sich bei genauerem Blick ein gespaltenes Bild: Die „Gen Z“ prescht voran, während die älteren Generationen und die Arbeitswelt noch zögern.
Digitale Zweiklassengesellschaft und gemischte Stimmung

Grundsätzlich blicken die Österreicher optimistisch auf die digitale Zukunft, wenn es auch große Unterschiede gibt: 37 Prozent haben eine positive Einstellung zu KI, während lediglich ein Viertel (26 Prozent) ihr eher negativ begegnet. Auffällig ist, dass es im Vergleich eine hohe Unsicherheit zu geben scheint, denn mit 35 Prozent steht mehr als ein Drittel der Befragten dem Thema neutral gegenüber. Ein genauerer Blick offenbart zudem massive demografische Unterschiede: KI ist eindeutig ein Thema der jüngeren Menschen. 77 Prozent der 18- bis 24-Jährigen haben generative KI bereits genutzt und 55 Prozent dieser Gruppe sehen die Technologie positiv. Im starken Kontrast dazu steht die Generation 55+, denn hier ist die Nutzung nur etwa halb so hoch (36 Prozent) und auch die positive Einstellung sinkt auf etwa die Hälfte (26 Prozent). Auch zwischen den Geschlechtern zeigt sich eine Diskrepanz in der Bewertung – Männer sind mit 43 Prozent deutlich positiver als Frauen (31 Prozent) eingestellt. Erfreulich ist jedoch, dass die Neugier gegenüber generativer KI am Ende geschlechterübergreifend ist: Bei der tatsächlichen Nutzung liegen Männer (56 Prozent) und Frauen (50 Prozent) fast gleichauf.

Vom Spielzeug zum Werkzeug: Der Weg ist noch weit

Trotz der hohen Experimentierfreude hat sich KI noch nicht als tägliches Werkzeug etabliert. Lediglich neun Prozent der Befragten nutzen die Technologie regelmäßig. Ein großer Teil (45 Prozent) hat KI bislang „nur ein wenig ausprobiert und nicht weiter genutzt“. Überraschend ist die geringe berufliche Relevanz: Nur drei Prozent setzen KI überwiegend im Job ein, während 13 Prozent sie privat nutzen. Wer sich der Technologie sogar gänzlich verweigert, tut dies vor allem aus mangelndem Verständnis oder Vertrauen: Fast die Hälfte der Nicht-Nutzer (48 Prozent) sieht schlicht keinen Bedarf, 32 Prozent wissen nicht, wofür sie KI konkret einsetzen sollen, und ein Drittel (33 Prozent) gibt an, der Technologie grundsätzlich zu misstrauen.
„Die Ergebnisse zeigen ganz klar: Die Neugier der Österreicherinnen und Österreicher ist geweckt, aber der ‚Praxis-Funke‘ springt noch zu langsam über. Viele sehen KI gegenwärtig noch als interessante Spielerei denn als echten Problemlöser. Unsere Aufgabe als Technologiebranche ist es nun, vom Hype zur Anwendung zu kommen und konkrete Use-Cases aufzuzeigen und diese auch in die bestehenden Arbeitsabläufe und Prozesse integrierbar zu machen, damit Vertrauen entsteht. Dann wird aus dem ‚Mal ausprobieren‘ zunehmend ein echter Mehrwert für den digitalen Alltag und den Wirtschaftsstandort Österreich“, sagt Sandra Trummer-Gabler, Geschäftsführerin von world4you.

Über die Umfrage

Für den world4you Internet-Kompass wurden im September 2025 insgesamt 2.005 Personen durch das Marktforschungsunternehmen YouGov online befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Befragung ist repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 18 Jahren.
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