Die Ent­schei­dung im Vergleich Python vs. R hängt primär von deinem Vorhaben ab. R glänzt im Bereich der Statistik und liefert über­le­ge­ne Vi­sua­li­sie­run­gen. Python hingegen punktet durch Viel­sei­tig­keit und ein enormes Funk­ti­ons­spek­trum.

Python vs. R: Worum geht es ei­gent­lich?

Wenn du Pro­gram­mie­ren lernen möchtest und eine Sprache für die wis­sen­schaft­li­che Arbeit mit Analysen und Sta­tis­ti­ken suchst, kommst du an Python und R kaum vorbei. Beide Sprachen sind in den Feldern Data Science, Pre­dic­ti­ve Analytics sowie Da­ten­vi­sua­li­sie­rung etabliert und haben eine treue Fanbasis. Obwohl sie sich auf den ersten Blick ähneln, gibt es markante Un­ter­schie­de. Wo liegen die Stärken und welche Sprache passt besser zu dir?

Vor- und Nachteile von R

Der Name „R“ leitet sich von den Ent­wick­lern Ross Ihaka und Robert Gentleman ab. Die beiden Sta­tis­ti­ker der Uni­ver­si­ty of Auckland entwarfen die Sprache ab 1992 mit dem Fokus auf komplexe sta­tis­ti­sche Analysen und deren grafische Dar­stel­lung. Ur­sprüng­lich für Fachleute mit tiefem Statistik- und Pro­gram­mier­wis­sen gedacht, basiert R auf der Sprache S und ist eine freie Im­ple­men­tie­rung.

R lässt sich kom­pi­lie­ren und ist auf UNIX, Linux, Windows sowie Mac ein­satz­be­reit. Die Sprache ist das Tool der Wahl für sta­tis­ti­sche Software und tief­ge­hen­de Da­ten­ana­ly­sen. Dank zahl­rei­cher Bi­blio­the­ken lassen sich Daten auch optisch an­spre­chend auf­be­rei­ten. Als Open-Source-Projekt im Rahmen von GNU war R lange Zeit primär im aka­de­mi­schen Sektor ver­wur­zelt. Heute schätzen auch viele Un­ter­neh­men die Sprache, da sie sich über Schnitt­stel­len her­vor­ra­gend in be­stehen­de Systeme in­te­grie­ren lässt.

Stärken von R

  • Open Source: R ist für alle zu­gäng­lich. Die Sprache ist kostenlos und quell­of­fen, was eine in­di­vi­du­el­le Anpassung an eigene An­for­de­run­gen er­mög­licht.
  • Riesiger Umfang: Durch den Community-Ansatz gibt es für fast jedes Problem bereits eine Lösung. Über 20 000 Pakete stehen bereit, um spe­zia­li­sier­te Aufgaben in Fach­be­rei­chen effizient zu erledigen.
  • Hohe Kom­pa­ti­bi­li­tät: R läuft platt­form­über­grei­fend und kom­mu­ni­ziert rei­bungs­los mit anderen Sprachen und Da­ten­ban­ken. So lässt sich R perfekt als Teil­kom­po­nen­te in größere Projekte einbetten.
  • Gute Be­nut­zer­ober­flä­che: Mit RStudio gibt es eine grafische Ober­flä­che, die das Coden massiv er­leich­tert. Pakete wie Plotly helfen dabei, Pro­jekt­er­geb­nis­se in pro­fes­sio­nel­len Grafiken und Dia­gram­men dar­zu­stel­len.
  • Aktive Community: Die R-Community besteht aus vielen Expert:innen, die bei Fach­fra­gen un­ter­stüt­zen. Um­fang­rei­che Do­ku­men­ta­tio­nen und Zu­satz­pa­ke­te er­leich­tern die Ein­ar­bei­tung.

Schwächen von R

  • Per­for­mance: Bei extrem großen Da­ten­sät­zen kann R an Grenzen stoßen, da die Single-Thread-Ver­ar­bei­tung jeweils nur einen CPU-Kern nutzt.
  • Lernkurve: Der Einstieg ohne grafische Ober­flä­che kann mühsam sein. Man braucht Zeit, um die No­ta­ti­ons­re­geln und Be­son­der­hei­ten zu meistern. Zudem sind sta­tis­ti­sche Grund­kennt­nis­se für die Arbeit mit R es­sen­zi­ell. Mehr erfährst du in unserem Ein­stei­ger-Tutorial für R.

Vor- und Nachteile von Python

Python ist weltweit extrem populär. 1991 von Guido van Rossum ent­wi­ckelt, war das Ziel von Beginn an ein einfacher und lesbarer Code. Viele Begriffe stammen direkt aus dem Eng­li­schen, was die Sprache intuitiv macht. Python ist ob­jekt­ori­en­tiert, platt­form­un­ab­hän­gig und extrem viel­sei­tig. Dank der großen Community gibt es unzählige Lösungen für Deep Learning, KI und Data Science. Starte direkt mit unserem Python-Tutorial durch.

Stärken von Python

  • Maximale Viel­sei­tig­keit: Python ist ein All­roun­der für ver­schie­dens­te Projekte und läuft auf fast jeder Plattform. Die In­te­gra­ti­on mit anderen Pro­gram­men und Da­ten­ban­ken glänzt durch zahl­rei­che Schnitt­stel­len.
  • Open Source: Wie R ist auch Python frei verfügbar. Die Python Software Foun­da­ti­on ko­or­di­niert die Ent­wick­lung, doch jede:r kann die Sprache für eigene Zwecke op­ti­mie­ren.
  • Enormes Ökosystem: Mit über 300 000 ver­füg­ba­ren Paketen bietet Python für fast jede Her­aus­for­de­rung ein fertiges Werkzeug, was die Ent­wick­lungs­zeit drastisch verkürzt.
  • Flache Lernkurve: Python gilt als eine der ein­steig­er­freund­lichs­ten Sprachen. Der Code ist kompakt und leicht zu lesen, was die Team­ar­beit fördert und schnelle Erfolge bei eigenen Projekten er­mög­licht.
  • Starke Community: Die riesige Fan­ge­mein­de sorgt für ex­zel­len­te Do­ku­men­ta­tio­nen und ist bekannt für ihren hilfs­be­rei­ten Support bei Problemen oder Fragen.

Schwächen von Python

  • Ge­schwin­dig­keit: Als dy­na­mi­sche Sprache ist Python bei sehr re­chen­in­ten­si­ven Aufgaben mit riesigen Da­ten­men­gen manchmal langsamer als spe­zia­li­sier­te Al­ter­na­ti­ven.
  • Feh­ler­su­che: Da Python Ein­ga­be­feh­ler oft erst zur Laufzeit bemerkt, sind gründ­li­che Tests im Vorfeld besonders wichtig.
  • Vi­sua­li­sie­rung: In der Standard-Dar­stel­lung sta­tis­ti­scher Er­geb­nis­se ist Python weniger stark auf­ge­stellt als R; es gibt hier weniger spe­zia­li­sier­te High-End-Tools.
  • Mobile Nutzung: Für die App-Ent­wick­lung auf Mo­bil­ge­rä­ten ist Python nicht ideal. Hier greifen Ent­wick­ler:innen meist zu Sprachen, die nativ für Android oder iOS optimiert sind.

Python vs. R: Wo liegen die Un­ter­schie­de?

Trotz Ge­mein­sam­kei­ten weisen beide Sprachen spe­zi­fi­sche Merkmale auf, die für deine Ent­schei­dung wichtig sind.

Der Blick auf die Syntax

Die Syntax-Un­ter­schie­de fallen sofort auf. So prä­sen­tiert sich der Code in R:

$ R
> myString <- "Guten Tag! Sie nutzen R."
> print (myString)
r

Python zeigt sich hier noch ein Stück kompakter:

>>> print("Guten Tag! Sie nutzen Python.")
python

Weitere Dif­fe­ren­zie­rungs­merk­ma­le

  • Ein­satz­zweck: R ist der Spe­zia­list für sta­tis­ti­sche Analysen und Vi­sua­li­sie­run­gen. Python ist der Ge­ne­ra­list, der auch für Soft­ware­ent­wick­lung und Deep Learning her­vor­ra­gend geeignet ist.
  • Ver­brei­tung: Während R stark in der Wis­sen­schaft verankert ist, wird Python von einer deutlich größeren Masse an Ent­wick­ler:innen genutzt, was zu einer höheren Anzahl an ver­füg­ba­ren Paketen führt.
  • Per­for­mance: Python ist im direkten Vergleich meist etwas zügiger und leis­tungs­stär­ker als R, auch wenn beide nicht zu den schnells­ten Sprachen am Markt gehören.
  • Da­ten­for­ma­te: Python ver­ar­bei­tet eine riesige Band­brei­te an Formaten. R ist von Haus aus eher auf CSV, Excel und Text­da­tei­en be­schränkt, sofern keine Zu­satz­tools genutzt werden.

Fazit: Welche Sprache passt zu dir?

Im Duell Python vs. R gibt es keinen pau­scha­len Sieger – es kommt auf dein Ziel an. Möchtest du primär sta­tis­ti­sche Modelle bauen und diese brillant vi­sua­li­sie­ren? Dann ist R dein Partner. Suchst du eine Sprache, die über die Statistik hin­aus­geht und viel­sei­tig ein­setz­bar ist? Dann greife zu Python.

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