Adobe Dream­wea­ver ist ein Profi-Tool für die Web­ent­wick­lung, mit dem du Websites entweder visuell oder direkt im Code-Editor ge­stal­test. Die Software un­ter­stützt HTML, CSS, Ja­va­Script sowie weitere Web­tech­no­lo­gien und bietet Features wie Live-Vorschau und Syn­tax­her­vor­he­bung. Besonders beliebt ist sie bei Designer:innen und Ent­wick­ler:innen, die kreatives Design mit voller Code-Kontrolle kom­bi­nie­ren möchten.

Was ist Adobe Dream­wea­ver?

Im Jahr 1997 brachte Macro­me­dia die erste Version von Dream­wea­ver auf den Markt – damals noch exklusiv für Mac OS 8. Erst kurze Zeit später folgte mit Version 1.2 die Un­ter­stüt­zung für Windows. 10 Jahre danach übernahm Adobe die Software und in­te­grier­te sie in die Creative Suite (heute Creative Cloud) als Nach­fol­ger für den Editor GoLive. Wer die mächtige Ap­pli­ka­ti­on zur Er­stel­lung re­spon­si­ver Web­an­wen­dun­gen nutzen will, braucht entweder ein Einzel-Abo oder das Creative-Cloud-Paket. Aufgrund der Kos­ten­struk­tur richtet sich die Software primär an Profis.

Das zeichnet Adobe Dream­wea­ver aus

Dream­wea­ver überzeugt mit der ver­trau­ten Adobe-Ober­flä­che, die du viel­leicht schon von Photoshop oder InDesign kennst. Der Funk­ti­ons­um­fang des HTML-Editors, der im Bereich WYSIWYG als Standard gilt, ist seit dem Start der Creative Cloud massiv gewachsen. Das macht das Coden deutlich ef­fi­zi­en­ter.

Du kannst zum Beispiel Än­de­run­gen direkt in Echtzeit sehen, ohne die Seite neu laden zu müssen. Dank eines Inline-Editors be­ar­bei­test du CSS-Code direkt in der HTML-Datei. Die in­te­grier­te Coding-Engine un­ter­stützt dich dabei, sauberen Code zu schreiben: Snippets werden via Emmet au­to­ma­tisch ver­voll­stän­digt, Einzüge korrekt gesetzt und zu­sam­men­ge­hö­ri­ge Elemente farblich markiert. Zu­sätz­lich bietet Dream­wea­ver diese Features:

  • In­te­grier­te Code-Va­li­die­rung
  • Support für CSS-Prä­pro­zes­so­ren wie SASS und Less
  • Un­ter­stüt­zung für PHP (Version 5.6 und 7.1)
  • Mehrere Cursor zum gleich­zei­ti­gen Be­ar­bei­ten ver­schie­de­ner Zeilen
  • Bootstrap-In­te­gra­ti­on für modernes Re­spon­si­ve Design
  • Direkter Zugriff auf Grafiken von Adobe Stock
  • Einfache Ver­wal­tung eigener Assets über die Creative Cloud

Welche kos­ten­lo­sen Dream­wea­ver-Al­ter­na­ti­ven gibt es?

Wenn du ohnehin die Creative Cloud nutzt, ist Dream­wea­ver ein solides Werkzeug. Suchst du jedoch nach einer kos­ten­frei­en Lösung, gibt es her­vor­ra­gen­de Al­ter­na­ti­ven. Wir stellen dir 5 spannende Tools vor, die für ver­schie­de­ne Workflows geeignet sind. Dabei schauen wir uns die Features und Be­son­der­hei­ten an, ver­glei­chen sie mit dem Original von Adobe und prüfen, wie ein­steig­er­freund­lich die Tools sind.

Visual Studio Code

Visual Studio Code (kurz VS Code) ist ein quell­of­fe­ner Editor von Microsoft. Seit 2015 hat er sich weltweit zur Nummer 1 unter den Ent­wick­lungs­um­ge­bun­gen ent­wi­ckelt. Als kos­ten­lo­se, platt­form­über­grei­fen­de Al­ter­na­ti­ve punktet VS Code durch enorme Fle­xi­bi­li­tät und eine riesige Community. Der Editor läuft auf Windows, macOS sowie Linux und bietet bereits ab Werk Git-Support, Syn­tax­her­vor­he­bung und in­tel­li­gen­te Code­ver­voll­stän­di­gung (In­tel­li­Sen­se).

Obwohl der Fokus auf reinem Code liegt, lässt sich VS Code via Plugins zu einer WYSIWYG-ähnlichen Umgebung ausbauen. Mit Er­wei­te­run­gen wie “Live Server” ge­stal­test du den Workflow für HTML, CSS und Ja­va­Script so kom­for­ta­bel wie in Dream­wea­ver. Auch für ser­ver­sei­ti­ge Sprachen wie PHP oder Frame­works wie React ist VS Code dank Debugging- und Build-Tools bestens gerüstet.

Bild: Screenshot der VS-Code-Website
Visual Studio Code ist eine der po­pu­lärs­ten Ent­wick­lungs­um­ge­bun­gen für modernes Webdesign.

Der Editor lässt sich durch Themes und eigene Shortcuts perfekt an deinen Stil anpassen. Wer von der gra­fi­schen Ober­flä­che in die Welt des Codings wechseln möchte, findet hier eine zu­kunfts­si­che­re Basis, die mit den eigenen Fä­hig­kei­ten mitwächst – ganz ohne Li­zenz­ge­büh­ren.

Vorteile Nachteile
✓ Extrem flexibel durch unzählige Ex­ten­si­ons ✗ WYSIWYG nur via Er­wei­te­rung möglich
✓ Support für alle modernen Web-Standards ✗ Gewisse Ein­ar­bei­tungs­zeit für Neulinge
✓ Terminal, Git und Debugger direkt an Bord ✗ Kann bei vielen Plugins viel RAM benötigen

KompoZer

Die Software KompoZer basiert auf der Gecko-Engine und entstand aus dem Mozilla-Projekt Nvu. Das Tool wird unter freien Lizenzen (GPL, LGPL, MPL) angeboten. Obwohl die aktive Wei­ter­ent­wick­lung bereits 2010 endete, ist das Programm auf vielen Windows- und Linux-Systemen noch immer im Einsatz. Da es eine 32-Bit-Ap­pli­ka­ti­on ist, läuft es auf modernen macOS-Versionen leider nicht mehr. KompoZer ist in über 20 Sprachen, darunter Deutsch, verfügbar.

Zwar kann KompoZer in Sachen Kom­ple­xi­tät nicht mit Dream­wea­ver mithalten, bietet aber als Open-Source-Tool nützliche Funk­tio­nen für einfache Web­pro­jek­te:

  • Einfacher WYSIWYG-Modus mit schnellem Wechsel zur Code-Ansicht
  • CSS-Editor mit Im­port­funk­ti­on für Style­sheets
  • Ober­flä­che lässt sich in­di­vi­du­ell anpassen
  • In­te­grier­te Recht­schreib­prü­fung und Syntax-High­light­ing
  • Tab-System für das Be­ar­bei­ten mehrerer Dateien
  • Prak­ti­scher Formular-Assistent
  • Markup-Cleaner für W3C-konformen Code
  • Einfacher FTP-Manager für den Datei-Upload
Bild: Screenshot der KompoZer-Website
KompoZer ist ein Klassiker, der trotz Ent­wick­lungs­stopp oft genutzt wird.

Zu­sätz­lich gibt es Er­wei­te­run­gen wie einen Link-Checker. Als echte Dream­wea­ver-Al­ter­na­ti­ve stößt KompoZer jedoch an Grenzen, da moderne Standards wie HTML5, CSS3 oder PHP-Support fehlen. Die Software ist vor allem für statische, einfache Seiten in­ter­es­sant, die ohne aktuelle Web­tech­no­lo­gien auskommen.

Vorteile Nachteile
✓ Schneller WYSIWYG-Editor inklusive Vorschau ✗ Kein Support für PHP
✓ Komplett auf Deutsch verfügbar ✗ Software wird nicht mehr ak­tua­li­siert
✓ Sehr schlank und res­sour­cen­spa­rend ✗ Veraltete Standards (kein HTML5/CSS3)

Phoenix

Phoenix ist der moderne Nach­fol­ger des ein­ge­stell­ten Editors Brackets. Nachdem Adobe Brackets 2021 aufgab, übernahm die Community das Projekt, um den Editor unter der MIT-Lizenz fit für die Zukunft zu machen. Die Software läuft auf Windows, macOS und Linux. Phoenix setzt auf ein modernes Design, das sich am Original ori­en­tiert, bietet aber unter der Haube deutlich mehr Per­for­mance und aktuelle Bi­blio­the­ken.

Das Tool ist ideal für die Frontend-Ent­wick­lung. Ein Highlight ist die in­te­grier­te Live-Vorschau: Än­de­run­gen am Code werden sofort im Browser angezeigt, ohne dass du manuell ak­tua­li­sie­ren musst. Basis hierfür ist die Anbindung an Node.js, was für einen flüssigen Workflow zwischen Editor und Browser sorgt.

Bild: Screenshot der Phoenix-Website
Phoenix führt das Erbe von Brackets als moderne Open-Source-Lösung fort.

Phoenix bietet zudem diese prak­ti­schen Features:

  • Inline-Editoren: Bearbeite CSS-Regeln direkt im HTML-Dokument, ohne die Datei wechseln zu müssen.
  • Modernes Plugin-System: Neue Funk­tio­nen und Themes lassen sich kin­der­leicht in­stal­lie­ren.
  • Ef­fi­zi­en­te Pro­jekt­ver­wal­tung: Or­ga­ni­sie­re deine Dateien über­sicht­lich in Tabs und nutze den schnellen Da­tei­ma­na­ger.

Für alle, die eine einfache Bedienung und eine starke Live-Vorschau suchen, ist Phoenix eine der besten kos­ten­lo­sen Al­ter­na­ti­ven zu world4you-Hosting-Partnern oder Adobe-Produkten.

Vorteile Nachteile
✓ Aktive Ent­wick­lung durch die Community ✗ Do­ku­men­ta­ti­on ist noch nicht voll­stän­dig
✓ Optimiert für moderne Frontend-Workflows ✗ Wenig Fokus auf ser­ver­sei­ti­ges PHP
✓ Zeit­spa­ren­de Inline-Editoren

Aptana Studio

Aptana Studio ist eine Open-Source-Ent­wick­lungs­um­ge­bung, die auf Eclipse basiert. Auch wenn der of­fi­zi­el­le Support durch den Her­stel­ler Axway beendet wurde, kannst du das Tool weiterhin über GitHub beziehen. Die Software un­ter­stützt neben HTML5 und CSS3 auch Sprachen wie PHP, Python und Ruby. Zudem lassen sich JS-Bi­blio­the­ken wie jQuery direkt einbinden.

Trotz des Alters bietet Aptana Studio mächtige Funk­tio­nen für Profis:

  • Code-Assistent: Er schlägt Parameter vor und zeigt dir, welche Browser die je­wei­li­gen Elemente un­ter­stüt­zen.
  • Debugger: Tools für Ja­va­Script und Ruby on Rails helfen dir, Fehler effizient zu beheben.
  • De­ploy­ment-Tool: Syn­chro­ni­sie­re deine Pro­jekt­da­ten einfach via FTP, SFTP oder FTPS.
  • Git-In­te­gra­ti­on: Arbeite gemeinsam mit anderen an deinem Code, ähnlich wie auf GitHub.
  • Ein­ge­bau­tes Terminal: Führe Befehle direkt in der IDE aus.
  • An­pass­bar­keit: Kon­fi­gu­rie­re die Umgebung mit eigenen Skripten und Shortcuts für maximale Usability.
Bild: Screenshot der Aptana-Website
Aptana Studio bleibt via GitHub für erfahrene User verfügbar.

Dank der Eclipse-Basis bietet Aptana vertraute Features wie Syntax-High­light­ing und das au­to­ma­ti­sche Schließen von Tags. Es ist ein robustes Werkzeug für alle, die mehr als nur HTML und CSS benötigen.

Vorteile Nachteile
✓ Starker Support für PHP, Python und Ruby ✗ Abhängig von Java und Eclipse
✓ Pro­fes­sio­nel­le Ver­si­ons­kon­trol­le mit Git ✗ Keine native deutsche Sprach­aus­ga­be
✓ Be­herrscht moderne Web-Standards ✗ In­stal­la­ti­on erfordert Node.js (ohne Hinweis)
✗ Sehr komplexe Ober­flä­che

Pulsar

Pulsar ist ein moderner Community-Fork des bekannten Atom-Editors. Nachdem GitHub den Support für Atom 2022 ein­ge­stellt hatte, rettete die Community das Projekt. Pulsar mo­der­ni­siert veraltete Kom­po­nen­ten und liefert re­gel­mä­ßi­ge Si­cher­heits­up­dates unter der MIT-Lizenz. Der Editor ist für alle gängigen Be­triebs­sys­te­me verfügbar und un­ter­stützt von Haus aus HTML, CSS, Ja­va­Script und PHP.

Bild: Screenshot der Pulsar-Website
Pulsar führt das Erbe von Atom mit moderner Technik fort.

Die Stärke von Pulsar ist seine Mo­du­la­ri­tät. Fast alle alten Atom-Pakete funk­tio­nie­ren weiterhin. Zu den Top-Features gehören:

  • Smart Au­to­com­ple­te: Der Editor schlägt dir während des Schrei­bens passende Snippets vor.
  • Eigener Pa­ket­ma­na­ger (ppm): Verwalte Er­wei­te­run­gen ganz einfach direkt im Tool.
  • Visueller Git-Support: Behalte Än­de­run­gen an deinem Code immer im Blick.
  • Voll­stän­dig anpassbar: Wähle aus un­zäh­li­gen Themes und kon­fi­gu­rie­re deine eigenen Kurz­be­feh­le.

Dank der aktiven Community wird Pulsar stetig ver­bes­sert und ist eine her­vor­ra­gen­de Wahl für alle, die einen modernen, er­wei­ter­ba­ren Editor suchen.

Vorteile Nachteile
✓ Fast un­be­grenzt er­wei­ter­bar ✗ Ältere Atom-Pakete teils in­kom­pa­ti­bel
✓ Top-Lösungen für Pa­ket­ver­wal­tung und Git ✗ Me­nü­füh­rung nur auf Englisch verfügbar
✓ Breite Un­ter­stüt­zung vieler Sprachen

Open-Source-Al­ter­na­ti­ven zu Dream­wea­ver: Das Fazit

Adobe Dream­wea­ver ist ein mächtiges Ge­samt­pa­ket, das gerade durch die Cloud-Anbindung glänzt. Es bietet alles für einen pro­fes­sio­nel­len Web­auf­tritt, ist aber auch komplex und teuer. Zudem ver­braucht die Software viele Sys­tem­res­sour­cen. Profis greifen daher oft zu schlan­ke­ren Editoren, die mehr Freiheit lassen.

Die hier gezeigten Open-Source-Tools bieten einen guten Mittelweg. Dank des offenen Quell­codes sind sie extrem flexibel. Du kannst Tools wie Pulsar entweder als simplen Text­edi­tor mit Syn­tax­her­vor­he­bung nutzen oder sie zu einer voll­wer­ti­gen IDE ausbauen, die fast alles kann, was Dream­wea­ver bietet.

Klar ist aber auch: Bei Gratis-Tools musst du Abstriche bei der Sta­bi­li­tät machen. Dream­wea­ver bietet ga­ran­tier­te Updates und Support auf Profi-Niveau. Wenn bei Open-Source-Lösungen etwas hakt, bist du auf die Hilfe der Community an­ge­wie­sen. Für den Einstieg oder in­di­vi­du­el­le Projekte sind sie jedoch eine her­vor­ra­gen­de und kos­ten­lo­se Basis.

Deutsch verfügbar HTML5 & CSS3 PHP Be­son­der­heit
VS Code ✓ ✓ ✓ Voll­wer­ti­ge Profi-Umgebung
Aptana Studio ✗ ✓ ✓ Inklusive Debugger für Ruby/JS
Pulsar ✓ ✓ ✗ Riesige Auswahl an Plugins
Phoenix ✓ ✓ ✓ Direktes CSS-Editing im HTML
KompoZer ✓ ✗ ✗ Sehr kleiner Download
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