Die Ein­rich­tung eines VNC-Servers unter Windows eröffnet dir viel­fäl­ti­ge Optionen für einen rei­bungs­lo­sen Fern­zu­griff auf deine Geräte. So steuerst und ver­wal­test du deinen Windows-PC ganz bequem von überall aus.

Was bringt ein VNC-Server unter Windows?

Ein VNC-Server (Virtual Network Computing) ist eine Software, mit der du einen Computer über das Netzwerk oder das Internet fern­be­dienst. Das System nutzt die Remote-Desktop-Tech­no­lo­gie: Der Bild­schirm des Ziel­rech­ners wird auf ein anderes Gerät über­tra­gen. Dabei werden Bilddaten sowie Maus- und Tas­ta­tur­ein­ga­ben zwischen dem VNC-Server am Ziel-PC und einem VNC-Viewer (Client) auf deinem Steu­er­ge­rät aus­ge­tauscht.

In erster Linie dient ein VNC-Server unter Windows der Fern­war­tung. IT-Support-Teams können so Fehler auf ent­fern­ten Systemen ana­ly­sie­ren und beheben, ohne vor Ort sein zu müssen. Betriebe nutzen VNC, um Ar­beits­um­ge­bun­gen zentral zu or­ga­ni­sie­ren oder Ho­me­of­fice-Teams zu un­ter­stüt­zen. Auch privat ist ein VNC-Server ideal, um unterwegs auf den hei­mi­schen PC zu­zu­grei­fen oder Bild­schirm­in­hal­te für Schu­lun­gen zu teilen. Da viele VNC-Lösungen für Windows kostenlos sind, pro­fi­tierst du von einer preis­wer­ten Lösung für dein Remote-Ma­nage­ment.

Diese Vor­aus­set­zun­gen gelten für VNC unter Windows

Damit die In­stal­la­ti­on deines VNC-Servers unter Windows glatt läuft, sollten folgende Be­din­gun­gen erfüllt sein:

  • Be­triebs­sys­tem: Dein Windows-PC sollte min­des­tens mit Windows 7 oder einer ak­tu­el­le­ren Version laufen. Ältere Systeme sind oft nicht mehr mit moderner VNC-Software kom­pa­ti­bel.
  • VNC-Software: Wähle eine passende Anwendung aus. Bekannte Programme für Windows sind TightVNC, RealVNC oder UltraVNC. Jedes Tool bietet un­ter­schied­li­che Features – such dir das aus, das am besten zu dir passt.
  • Firewall-Kon­fi­gu­ra­ti­on: Deine Windows-Firewall oder andere Si­cher­heits­tools müssen Ver­bin­dun­gen zum VNC-Server zulassen. Stan­dard­mä­ßig ist hierfür meist Port 5900 frei­zu­ge­ben.
  • Rechte: Du benötigst ad­mi­nis­tra­ti­ve Be­rech­ti­gun­gen auf dem Windows-PC, um den VNC-Server korrekt zu in­stal­lie­ren und aus­zu­füh­ren.

Setze zudem auf Si­cher­heit: Nutze ein komplexes Passwort und Ver­schlüs­se­lung, damit dein Fern­zu­griff geschützt bleibt.

Anleitung: TightVNC unter Windows ein­rich­ten

TightVNC ist ein kos­ten­lo­ses Open-Source-Tool für Windows und Linux-Systeme. Wir zeigen dir hier, wie du TightVNC Schritt für Schritt startklar machst.

Schritt 1: TightVNC her­un­ter­la­den

Besuche die of­fi­zi­el­le Website von TightVNC. Lade im Download-Bereich die aktuelle Version herunter, die zu deiner Sys­tem­ar­chi­tek­tur (32-Bit oder 64-Bit) passt, und speichere die Datei lokal ab.

Schritt 2: In­stal­la­ti­on auf Windows

Starte den Installer per Dop­pel­klick. Ak­zep­tie­re die Li­zenz­be­din­gun­gen und wähle bei der In­stal­la­ti­ons­art am besten Typical aus. Damit in­stal­lierst du sowohl den Server- als auch den Viewer-Teil.

Bild: TightVNC Server Setup
Auswahl der TightVNC Server-Typical-In­stal­la­ti­on

Aktiviere die Option, TightVNC als System Service aus­zu­füh­ren, und klicke auf „Install“. Wäh­rend­des­sen wirst du auf­ge­for­dert, ein Passwort für den Remote-Zugriff zu vergeben. Schließe den Vorgang mit „Finish“ ab.

TightVNC nutzt stan­dard­mä­ßig Port 5900. Prüfe, ob dieser in deiner Firewall offen ist, oder passe ihn in den Ein­stel­lun­gen an.

Schritt 3: Mit dem TightVNC-Server verbinden

Um von einem anderen Gerät zu­zu­grei­fen, benötigst du einen VNC-Viewer. Nutze den TightVNC-Viewer oder ein Tool deiner Wahl. Gib dort die IP-Adresse des Ziel-PCs ein (und ggf. den Port). Nach der Pass­wort­ein­ga­be steht deine Ver­bin­dung.

Anleitung: RealVNC Server unter Windows nutzen

RealVNC punktet mit einer starken Ende-zu-Ende-Ver­schlüs­se­lung und bietet zu­sätz­lich Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung (2FA) an. Das macht das Tool zu einer sicheren Wahl für Windows-Nutzer:innen.

Schritt 1: RealVNC-Software beziehen

Lade die Windows-Version von der RealVNC-Website. RealVNC ist ein Be­zahl­pro­dukt, bietet aber eine 14-tägige Testphase an, falls du noch kein Konto hast.

Schritt 2: Server-In­stal­la­ti­on

Führe die .exe-Datei aus. Der Assistent leitet dich durch den Prozess, wobei sich dein Browser für die Anmeldung öffnet. Kehre nach den Online-Schritten zur App zurück und klicke auf „Launch“.

Bild: RealVNC Server Setup
RealVNC Server Connect Setup App

In­stal­lie­re die RealVNC-Connect-App nun auch auf dem Gerät, mit dem du die Fern­steue­rung über­neh­men willst.

Schritt 3: Ver­bin­dung aufbauen

Wähle im RealVNC Viewer den ge­wünsch­ten Ziel­com­pu­ter aus. Achte darauf, dass du dich nicht selbst spiegelst, indem du versuchst, das eigene Gerät zu steuern.

Beim ersten Mal prüft RealVNC die Identität des Ziel­ge­räts. Ver­glei­che das an­ge­zeig­te Passwort und die Signatur mit den Daten am Server. RealVNC merkt sich diese Kennung für die Zukunft, um dich vor Ma­ni­pu­la­tio­nen zu schützen.

Schritt 4: Anmeldung

Gib dein Passwort ein. Wenn du die Option „Windows Password“ nutzt, verwende die Log­in­da­ten eines lokalen Be­nut­zer­kon­tos am Ziel­rech­ner.

Stelle sicher, dass die Zu­griffs­rech­te stimmen. Stan­dard­mä­ßig haben nur Ad­mi­nis­tra­tor:innen Zugriff. Du kannst weitere Nutzer:innen und Be­rech­ti­gun­gen direkt in den RealVNC-Ein­stel­lun­gen unter „Options > Users & Per­mis­si­ons“ hin­zu­fü­gen.

Anleitung: UltraVNC Server unter Windows ein­rich­ten

UltraVNC bietet neben dem reinen Zugriff auch prak­ti­sche Extras wie Da­tei­trans­fer und einen Chat. Das Tool lässt sich zudem für viele PCs gleich­zei­tig au­to­ma­ti­sie­ren.

Schritt 1: UltraVNC her­un­ter­la­den

Hol dir die passende 32-Bit- oder 64-Bit-Version des UltraVNC-In­stal­lers direkt von der of­fi­zi­el­len Download-Seite des Projekts.

Schritt 2: Setup ausführen

Wähle deine Sprache und klicke dich durch den As­sis­ten­ten. Ak­zep­tie­re die Lizenz und bestätige den Pfad. Wähle bei den Kom­po­nen­ten „Full in­stal­la­ti­on“, um Server und Client direkt parat zu haben.

Bild: UltraVNC Server Setup
Auswahl der UltraVNC Server Full In­stal­la­ti­on

Beende die In­stal­la­ti­on mit einem Klick auf „Finish“.

Schritt 3: UltraVNC kon­fi­gu­rie­ren

Klicke rechts auf das Task­leis­ten-Symbol von UltraVNC und öffne die „Admin Pro­per­ties“. Vergebe unter „Au­then­ti­ca­ti­on“ sichere Pass­wör­ter für den vollen Zugriff sowie den reinen An­sichts­mo­dus.

Prüfe unter „Incoming Con­nec­tions“, ob die Ports für dein Netzwerk passen. Damit UltraVNC nach jedem Reboot bereit ist, sollte es im Autostart-Ordner hin­ter­legt sein.

Schritt 4: Ver­bin­dung testen

Probiere den Zugriff von einem anderen Rechner aus. Checke dabei auch den Da­tei­ver­sand und die Ver­wal­tungs­tools, um si­cher­zu­ge­hen, dass alles rei­bungs­los läuft.

Schritt 5: In­stal­la­ti­on au­to­ma­ti­sie­ren (optional)

Musst du viele PCs bestücken? Nutze Be­fehls­zei­len­pa­ra­me­ter, um den Prozess zu be­schleu­ni­gen.

  • /dir="Dirname": Legt den Pfad fest. Beispiel für C:\Program Files\UltraVNC:
UltraVNC_1436_X64_Setup.exe /dir="C:\Program Files\UltraVNC"
bash
  • /no restart: Ver­hin­dert den au­to­ma­ti­schen Neustart nach dem Setup.
  • /silent: Un­ter­drückt Dia­log­fens­ter während der In­stal­la­ti­on.
  • /very silent: Führt das Setup komplett un­sicht­bar im Hin­ter­grund aus.
  • /loadinf="Filename": Lädt eine fertige Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei. Erstelle diese vorab mit dem Befehl /saveinf="Filename", um ein­heit­li­che Settings auf allen Rechnern zu ga­ran­tie­ren.

Beispiel für das Laden einer Kon­fi­gu­ra­ti­on:

UltraVNC_1436_X64_Setup.exe /loadinf="C:\path\to\config.ini"
bash
  • /log: Schreibt eine Logdatei in den Temp-Ordner, um even­tu­el­le Fehler zu tracken.

In unserem Blog zeigen wir dir übrigens auch, wie du einen VNC-Server unter Ubuntu 22.04 aufsetzt.

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