Mit dem Linux-alias-Befehl erstellst du prak­ti­sche Shortcuts, um längere Commands schneller nutzen zu können. Stan­dard­mä­ßig wird ein Alias-Kommando für Linux beim Schließen des Terminals wieder verworfen, außer du legst den Befehl dauerhaft an. Um ihn manuell rück­gän­gig zu machen, nutzt du einfach den Command unalias.

Was ist der Linux-alias-Befehl?

Es gibt einige Linux-Befehle, die du besonders häufig brauchst. Wenn diese Commands sehr lang sind oder aus komplexen Be­fehls­ket­ten bestehen, ist die voll­stän­di­ge Eingabe mühsam. Das kostet Zeit und ist zudem feh­ler­an­fäl­lig. Abhilfe schafft hier der Linux-alias-Befehl: Er dient als smarte Ver­knüp­fung zu einem längeren Command. Der große Vorteil ist, dass ein Alias nur wenige Zeichen benötigt und deine Arbeit auf der Konsole dadurch deutlich flüssiger läuft.

Al­ler­dings ist der Linux-alias-Befehl flüchtig. Das bedeutet, dass er stan­dard­mä­ßig au­to­ma­tisch gelöscht wird, sobald du die Session beendest oder dich abmeldest. Wie du diese Shortcuts permanent spei­cherst, erfährst du weiter unten. Um einen alias-Command manuell zu entfernen, ver­wen­dest du unalias. Wenn du eine Liste aller aktuell aktiven Linux-alias-Befehle sehen möchtest, führe einfach diesen Command aus:

$ alias

Wie funk­tio­niert der alias-Befehl?

Beim alias-Befehl de­fi­nierst du ein kurzes Kürzel für einen um­fang­rei­chen Befehl oder eine ganze Kette an An­wei­sun­gen. Du legst fest, welches Kürzel anstelle des ur­sprüng­li­chen Commands treten soll. Das System führt dann künftig den hin­ter­leg­ten Befehl im Hin­ter­grund aus, auch wenn du nur die Abkürzung tippst. Wie erwähnt, bleibt diese Ein­stel­lung ohne weitere Kon­fi­gu­ra­ti­on nur für die aktuelle Sitzung bestehen.

Wie sieht die Syntax des alias-Befehls aus?

So ist der Linux-alias-Befehl aufgebaut:

$ alias Abkürzung="Der Befehl, den Sie mit einem Alias ausstatten möchten"

„alias“ ruft die Funktion auf, „Abkürzung“ ist dein frei wählbarer Shortcut, und nach dem Gleich­heits­zei­chen folgt der ei­gent­li­che Befehl, den du abkürzen möchtest.

Hier ein an­schau­li­ches Beispiel für die tägliche Arbeit:

$ alias c="clear"

Wenn du nun den Ter­mi­nal­in­halt leeren möchtest, reicht die Eingabe des Kürzels „c“ völlig aus.

Welche Optionen bietet der Linux-alias-Befehl?

Du hast im We­sent­li­chen zwei Optionen:

  • -p: Listet dir alle de­fi­nier­ten Aliasse im Terminal auf, damit du sie direkt im Blick hast.
  • –help: Ruft die Hilf­e­sei­te mit allen Details zum alias-Befehl auf.

Wie lassen sich Aliasse dauerhaft ein­rich­ten?

Damit deine Shortcuts auch nach einem Neustart erhalten bleiben, gibt es zwei Wege. In beiden Fällen benötigst du lediglich einen Editor.

Variante mit .bash_aliases

  1. Erstelle die Datei ~/.bash_aliases mit deinem be­vor­zug­ten Editor.
  2. Trage dort alle ge­wünsch­ten alias-Befehle zei­len­wei­se ein.
  3. Speichere die Datei und schließe den Editor.
  4. Öffne die Datei .bashrc und ergänze folgenden Codeblock:
if [ -f ~/.bash\_aliases ]; then
. ~/.bash\_aliases
fi
  1. Lade die Alias-Datei neu ein:
source ~/.bash\_aliases

Variante mit .bashrc

  1. Öffne die Datei ~/.bashrc direkt im Editor.
  2. Suche die Stelle mit dem Kommentar „Alias de­fi­ni­ti­ons“.
  3. Füge dort deine Shortcuts mit dem alias-Befehl hinzu.
  4. Speichere, schließe die Datei und starte eine neue Session.
  5. Al­ter­na­tiv kannst du die Kon­fi­gu­ra­ti­on mit diesem Befehl sofort ak­tua­li­sie­ren:
source ~/.bashrc

Beispiele für den Linux-alias-Befehl

Du kannst den Linux-alias-Befehl für fast alles einsetzen. Besonders nützlich ist er bei Befehlen, die man sich schwer merken kann oder die oft falsch getippt werden:

$ alias ll="ls | less"

Hier wird die Ausgabe von ls an less wei­ter­ge­reicht, wodurch du lange Listen bequem sei­ten­wei­se lesen kannst.

$ alias up="sudo apt update && sudo apt upgrade"

Damit kom­bi­nierst du die beiden gängigen Befehle zur Pa­ke­tak­tua­li­sie­rung in einem Schritt.

$ alias des="cd ~/Desktop"

Dieser Alias bringt dich mit nur zwei Buch­sta­ben sofort in dein Desktop-Ver­zeich­nis.

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