Online sind Kürzel wie LOL all­ge­gen­wär­tig. In diesem Beitrag klären wir, was hinter RTFM steckt, woher der Begriff kommt und wann du ihn (lieber nicht) verwenden solltest.

RTFM – Was bedeutet diese Abkürzung?

Manche Fragen lassen einen ratlos zurück – vor allem, wenn die Lösung ei­gent­lich auf der Hand liegt oder die Antwort schon fast in der Frage steckt. In solchen Momenten reagiert das Gegenüber manchmal kurz an­ge­bun­den mit einem genervten „Echt jetzt? RTFM!“.

RTFM steht sinngemäß für „Read the f*cking manual“. Es ist die recht direkte Auf­for­de­rung, ge­fäl­ligst erst mal in die Be­die­nungs­an­lei­tung zu schauen, statt simple Fragen zu stellen. Meistens schwingt dabei eine or­dent­li­che Portion Sarkasmus oder Her­ab­las­sung mit, anstatt dass wirklich eine hilf­rei­che Lektüre empfohlen wird.

Welche Varianten von RTFM gibt es?

Je nach Umfeld wird das „F“ im Kürzel un­ter­schied­lich in­ter­pre­tiert. Manchmal wird es etwas ent­schärft als fine manual oder friendly manual be­zeich­net.

In der Realität bleibt es aber meist beim f*cking Handbuch. Besonders oft begegnet dir der Begriff in Gaming-Com­mu­ni­tys. Dort herrscht gegenüber Neulingen oft ein rauer Ton. Erfahrene Spieler:innen nutzen RTFM dann gerne, um Ein­stei­ger:innen ihren Status unter die Nase zu reiben. Fragen zu den Basics oder Spiel­me­cha­ni­ken werden so ab­ge­kan­zelt, ohne dass eine echte Hil­fe­stel­lung geboten wird.

Mit solchen Memes wollen manche User:innen zeigen, wie unnötig sie bestimmte Fragen finden und sich selbst als Expert:innen po­si­tio­nie­ren. Da RTFM meist nicht gegen die Ne­ti­quet­te von Foren oder Spielen verstößt, müssen die Absender:innen selten mit Kon­se­quen­zen für ihr Verhalten rechnen.

Herkunft und Ge­schich­te von RTFM

Woher das Kürzel genau kommt, darüber gibt es ver­schie­de­ne Ansichten. Die Theorien reichen von Leitfäden für Kadetten im Zweiten Weltkrieg bis hin zu Hand­bü­chern für Drucker aus den 80ern.

Am wahr­schein­lichs­ten ist jedoch, dass die Wurzeln in der frühen Computer- und Soft­ware­ent­wick­lung liegen. Damals spielten gedruckte Hand­bü­cher eine viel größere Rolle als heute. Die Do­ku­men­ta­tio­nen waren extrem de­tail­liert, und ohne sie war die Software kaum ver­nünf­tig bedienbar.

RTFM ver­brei­te­te sich ver­mut­lich zuerst in tech­ni­schen Mai­ling­lis­ten und Foren. Wenn Profis zum zehnten Mal eine Frage be­ant­wor­ten mussten, die klar in der Anleitung stand, platzte ihnen der Kragen. RTFM war der direkte Weg, um Leute zu ermahnen, die sich nicht die Zeit nahmen, die be­reit­ge­stell­ten Infos selbst zu lesen.

Heute ist die Abkürzung ein klas­si­sches Meme und längst nicht mehr nur auf die IT-Welt oder das Gaming be­schränkt. Man findet sie überall dort, wo Tipps, FAQs oder Guides schlicht­weg ignoriert werden.

RTFM im Kontext

RTFM tritt oft im Dop­pel­pack mit anderen Chat-Ab­kür­zun­gen oder Emojis auf. Bekannte Verwandte sind „STFW“ (Search the F*cking Web) oder „LMGTFY“ (Let me google that for you). Die Botschaft ist immer dieselbe: Such ge­fäl­ligst erst mal selbst im Internet, bevor du andere mit deinen Fragen be­hel­ligst.

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